Wahlkampf im StudiVZ! Spiegel Online hat da rüber bestimmt bereits einen dpa o.ä. Artikel zusammengekürzt (guck das jetzt nicht nach). Auch die Taz berichtete und stellte den Politik Profilen schlechte Noten aus.
Eine Beschreibung der offiziellen Ankündigung und dem feierlichen drumherum findet sich hier. Die etablierten Parteien und ihre Spitzenpolitiker wurden von der Studivz Ltd. gratis mit sog. Edelaccounts beschenkt. Ein kleverer Schachzug. Jeder Politiker der nicht in der Gunst der depolitisierten Jugend zurückfallen will muss sein Profil hegen und pflegen. So kann der Jungwähler sich Guido W.s private Fotoalben anschauen oder sich, falls er darauf steht, von Frank S. ‘gruscheln’ lassen. Nur Gregor G. und Oskar L. entziehen sich noch dieser ‘Bürgernähe’ und scheinen ihre Profile noch nicht genutzt zu haben (besser nutzen lassen).
Für Kritik und Diskussion bleibt bei all dem wenig Platzt. Dem mündigen Wähler steht nur eine ‘Find ich gut’ Funktion zur Verfügung, damit der Nutzer seine Unterstüzung kundtun kann. So bleibt als Platz für Unmut nur die Pinnwand, sodass jeglicher Dissens als Randmeinung einzelner Wirrköpfe und Trolle erscheinen muss. Anders wären die Kunden wohl auch kaum ins VZ zu locken.
Ein anderen Aspekt zeigt sich in der Auseinandersetzung zwischen StudiVZ und Piratenpartei. Zusammengefasst hier hier und hier. Ergebnis: Die Piratenpartei darf ein Profil haben und StudiVZ gibt sich mit der “Politikfibel” eine eigene Richtlinie für Politik. Auch die ‘wahlen09 im meinVZ und studiVZ’ Gruppe, in welcher ‘Fragen oder Anregungen’ zu der neuen Politikfibel platzt finden sollen, scheint wenig auf Diskussion Zwischen Betreibern und Nutzer ausgelegt zu sein, bisher lies sich kein verantwortlicher des VZ blicken.
Politik im VZ ist wenig mehr als ein Marketing Gag. Daneben kann das VZ noch Geld damit verdienen “Edelprofile” an kleinere Parteien zu verkaufen. Wirkliche demokratisierung findet wie zu erwarten nicht statt. Zwar bietet die Plattform, so wie das Netz im generellen, viele möglichkeiten Inforamationen auch jenseits des Mainstreams zu verbreiten. Aber letztlich kann mit die Umsetzung nicht einmal im entferntesten an Konzepte wie AbgeordnetenWatch herankommen. Diese Unpolitische Form von Politik im StudiVZ verdeutlicht, letztlich nur das Stimmvieh Denken der Politik. Ich wundere mich wie sich irgend jemand über Politverdrossenheit wundern kann.
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Als ob die breite Masse der VZ Benutzer sich überhaupt für Politik interessieren würden. Da gehts doch mehr drum “ey zieh dir das rein, die SPD is mein Freund”. Die Parteien haben es geschafft eine breite Politikverdrossenheit zu produzieren und die werden sie _mit Sicherheit_ nicht durch das präsentieren in irgendwelchen Portalen wieder wett machen. Ich wäre ja für Angela Merkel unplugged auf MySpace.
Stimmt schon aber das Protal könnte wenigsten Ansatzweise versuchen richtige Strukturen zu fördern. Ne Frage und Antwort Ecke aller Abgeordneten Watch wäre beispielsweise schonmal ein richtiger Schritt.